Partner statt Paten

Oft werden wir gefragt, ob wir nicht eine persönliche Patenschaft für eines unserer Kinder vermitteln können. Allerdings hat unser Stifter Pfarrer Otter eine direkte Patenschaft mit konkretem Austausch des Namens nie angestrebt, sondern „Partner“ in Gerechtigkeit gesucht.

 

Lassen Sie uns nur einige der möglichen Probleme einer persönlichen Patenschaft ansprechen:

  • Wenn wir aus einer Flüchtlingsfamilie mit fünf Kindern, Vater verschwunden, Mutter ohne Verdienstmöglichkeit, schwanger mit dem sechsten Kind, eines der Kinder mit Geld eines „Paten“ beschenken, entsteht großer Neid bei den Geschwistern. Die Mutter wird weitere Bitten an den guten Paten richten, nach Miete für eine Hütte, nach Finanzierung eines Stromanschlusses usw.
  • Was geschieht, wenn die Paten einer personenbezogene Patenschaft die Hilfe nicht mehr fortsetzen können oder wollen?
  • Was geschieht, wenn sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie verbessern?
  • Was geschieht, wenn die Mutter des ausgewählten Kindes einen neuen Partner findet und in eine entfernte Stadt zieht?
  • Zurecht erwarten die Pateneltern, dass ein ständiger Kontakt zum Patenkind bestehen bleibt. Wir haben in unsere Heime und Projekte dank der Hilfe großherziger Menschen mehr als 1.000 Kinder aufnehmen dürfen.

Wenn wir für alle nach dem Prinzip der Patenschaft direkte Berichte vermitteln wollten, müssten wir für Übersetzung und Übermittlung zwei bis drei Personen beschäftigen und bezahlen. Es entstünden überflüssige Verwaltungskosten, die nicht mehr bei den Armen ankommen.

 

Aus all diesen Gründen wollen wir möglichst vielen Kindern helfen. Auch alle seriösen Hilfswerke und Entwicklungshelfer bei Misereor, Sternsinger, Adveniat usw. wünschen deshalb keine direkten Patenschaften.