23.01.2009 - Mehr als 16.000 Morde im Jahr 2008 in Kolumbien
Geschrieben von: AFP   
Freitag, den 23. Januar 2009 um 21:09 Uhr

Bogotá (AFP) — In Kolumbien sind im vergangenen Jahr mehr als 16.000 Menschen ermordet worden. Wie die Polizei bekannt gab, belief sich die Zahl der Mordopfer auf 16.140 - gut tausend weniger als im Jahr 2007. Im Jahr 2002 hatten die Behörden noch fast 29.000 Morde registriert. Laut einer Regierungsstatistik kamen vergangenes Jahr zudem 407 Geiseln frei, unter ihnen die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt sowie acht Ausländer.


Die Polizei verwies in ihrer Statistik darauf, dass die Zahl der Morde in Kolumbien gesunken ist und in 2008 so wenige Menschen ermordet wurden wie seit 30 Jahren nicht mehr. Die gefährlichste Stadt ist Cali im Südwesten des Landes, in der Drogenhändler ihre Hauptquartiere haben.

 

Das Leben für die 44 Millionen Einwohner Kolumbiens ist nach wie vor deutlich gefährlicher als in anderen Staaten Lateinamerikas. Landesweit kommen in Kolumbien 33 Morde auf hunderttausend Einwohner. Nach Berechnungen der UNO liegt diese Zahl in Südamerika im Durchschnitt bei knapp 26 und in Zentralamerika bei gut 29.

 

Der Nationale Fonds für die Verteidigung der Persönlichen Freiheit teilte in Bogotá mit, 2008 hätten die kolumbianischen Sicherheitskräfte 165 Geiseln befreit. 242 weitere wurden demnach von den Geiselnehmern freigelassen. Internationales Aufsehen hatte Anfang Juli die unblutige Aktion der kolumbianischen Armee erregt, bei der die seit mehr als sechs Jahren gefangene franko-kolumbianische Politikerin Betancourt sowie drei US-Bürger und elf weitere Geiseln der linksgerichteten FARC-Rebellen befreit wurden.

 

Die meisten der von den Sicherheitskräften befreiten Geiseln (119) befanden sich in der Gewalt von Kriminellen. Bei den freigelassenen Geiseln führten die FARC-Gefangenen mit 95 Fällen die Liste an. Derzeit befinden sich nach Angaben der Organisation País Libre in Kolumbien noch mehr als 2800 Menschen in der Gewalt von Geiselnehmern.