02.12.2010 - Südländisches Temperament reißt mit
Geschrieben von: Fränkischer Tag   
Donnerstag, den 02. Dezember 2010 um 21:17 Uhr

Der Kolumbienkreis in Pfarrweisach, der seit Jahren finanzielle Hilfe in dem südamerikanischen Land leistet, hatte Besuch von der Hilfsorganisation "Weg der Hoffnung". Neben Informationen gab es auch eine rassige Tanzvorführung. Alle Spenden kommen zu 100 Prozent bei den Hilfsbedürftigen an, wurde versichert.

Bei einem Begegnungsnachmittag im Gemeindezentrum Kraisdorf erfreuten Alejandra und Carlos die Besucher mit traditionellen kolumbianischen Tänzen. Alejandra und Carlos, zwei junge Menschen aus Kolumbien, die durch die Stiftung "Weg der Hoffnung" intensive Unterstützung für einen gelingenden Lebensweg bekommen haben, waren zu Besuch beim Kolumbienkreis Pfarrweisach.
Im Gemeindezentrum von Kraisdorf berichteten sie zusammen mit dem Stiftungsvorstand Wolfgang Hock aus Aschaffenburg über die Arbeit, die in den Einrichtungen und Projekten der Stiftung in Villavicencio für junge Menschen geleistet wird.

1973 gegründet


Von dem inzwischen verstorbenen Pfarrer Josef Otter wurde der "Weg der Hoffnung" 1973 mit 15 Kindern aus menschenunwürdigen Verhältnissen begonnen, inzwischen sind es etwa 1000, darunter 120 behinderte. In Heimen, Kindergärten, Tagesstätten usw. finden sie ein Zuhause ohne Hunger und Gewalt, sie finden Liebe, Zuwendung, nötigenfalls Therapie - und vor allem erfahren sie Bildung.

Auf einem Jugendbauernhof erlernen sie Produktionsmethoden, in einer von der deutschen Botschaft finanzierten beschützenden Bäckerei backen junge Menschen mit Behinderung Brot für die Einrichtung, in einer kleinen Werkstätte lernen sie einfaches Kunsthandwerk und können sich so selbst ernähren und gewinnen an Selbstwertgefühl.

 

Neue Projekte

 

Dem gleichen Zweck dienen zwei neu eingerichtete Projekte, in dem einen erlernen Frauen zum Teil mit ihren herangewachsenen Kindern das Nähen von Kleidung, in dem anderen den Anbau von Gartenprodukten, hinzu kommt eine Hühnerzucht.

 

Die Stiftung unterhält für einen Einzugsbereich von 40.000 Menschen eine Krankenstation, in der zahlreiche Patienten eine zumeist kostenfreie medizinische Versorgung erfahren. Padre Omar, ein kolumbianischer Mitarbeiter der Stiftung, leistet Menschenrechtsarbeit und riskiert dabei nicht selten sein Leben.

 

Mit den beiden jungen Leuten schließt sich ein Kreislauf der Hilfe, denn nachdem beide einige Jahre lang als Zöglinge in den Einrichtungen der Stiftung untergekommen waren, arbeiten sie jetzt selbst in den Projekten, Alejandra als Leiterin einer Kindergartengruppe und Carlos Andres als Leiter einer Gruppe in der Behindertenwerkstatt. Beide bilden sich noch weiter, Alejandra studiert Sozialpädagogik, Carlos Touristik.
Wolfgang Hock, seit dem Tod des Gründers Pfarrer Josef Otter im Stiftungsvorstand von "Weg der Hoffnung" , dankte dem Kolumbienkreis Pfarrweisach unter der Leitung von Walburga Albert und allen Unterstützern der Stiftung.

Auf Spenden angewiesen


"All die Unterstützung in Kolumbien ist nur möglich aufgrund von Spenden," sagte er, wozu auch der Kolumbienkreis tüchtig beitrage.


Hock betonte, dass die Spenden zu 100 Prozent in den Projekten ankommen, was fortlaufend durch die Diözese Würzburg kontrolliert und testiert werde.

 

Damit wirklich auch jeder gespendete Cent als Hilfe in Kolumbien ankommt, hatte diesmal die Stadt Aschaffenburg für die beiden kolumbianischen Gäste die Flüge bezahlt.

 

Der Begegnungstag in Kraisdorf mündete in einen Gemeindegottesdienst in der Dorfkirche mit Pfarrer Richard Brütting. Am Montag besuchten die kolumbianischen Gäste zusammen mit Wolfgang Hock und Walburga Albert mehrere Klassen der Dr.-Ernst-Schmidt-Realschule in Ebern und gewährten so einen Einblick in die Lebenssituation in Kolumbien.