25.02.2011 - Gegen Erpressung und Vertreibung
Geschrieben von: Main-Echo   
Freitag, den 25. Februar 2011 um 06:21 Uhr

Städtepartnerschaft: Aschaffenburg unterstützt seit 20 Jahren »Weg der Hoffnung« - Erzbischof Oscar zu Besuch


»Entweder kaufen wir dieses Land von Ihnen oder von Ihrer Witwe!« So erpressen bewaffnete paramilitärische Banden das Land von den einfachen Bauern in Kolumbien. Sehr anschaulich erzählte Erzbischof Oscar Urbina Ortega bei seinem Besuch bei Oberbürgermeister Klaus Herzog von der schlimmen Situation der Menschen in Kolumbien.

 

Seit 20 Jahren unterstützt die Stadt Aschaffenburg das vom verstorbenen Mainaschaffer Pfarrer Josef Otter gegründete Aschaffenburger Hilfswerk »Weg der Hoffnung«. Der Erzbischof bedankte sich beim Oberbürgermeister für die Hilfe und berichtete aus seinem Land.

 

Verfolgt und ermordet

Strohmänner kaufen, so der Geistliche, im Dienst der Drogenmafia ganze Landkorridore zum heimlichen Transport des angebauten Kokainrauschgifts. Menschenrechtler, die dagegen ankämpfen, würden mundtot gemacht, verfolgt und ermordet. Das Geld aus dem Drogenhandel werde zu breit angelegter Korruption in allen Schichten der Gesellschaft verwendet.
Die Kirche in Kolumbien und mit ihr Erzbischof Oscar sei erst jüngst beim Besuch des kolumbianischen Präsidenten gebeten worden, im Kampf gegen die Korruption und bei der Verbesserung der menschenunwürdigen Lebensverhältnisse der Vertriebenen durch Bildung mitzuhelfen.

 

Gerade in Villavicencio, der 600 000-Einwohner-Stadt und dem Sitz der Erzdiözese, habe er, so der Erzbischof, mit der Stiftung Weg der Hoffnung eine nachhaltige Hilfe in diesem Engagement. Mit zahlreichen Heimen, Schul- und Frauenausbildung, Menschenrechtsarbeit, Gesundheitsversorgung in den Elendsvierteln für mehr als 1000 ärmste Kinder, Jugendliche und Familien leiste die Stiftung einen wertvollen Beitrag zur Veränderung der Gesellschaft hin zum Frieden.

 

Die Stadt Aschaffenburg fülle ihre Städtesolidarität mit Villavicencio in Kolumbien durch Kulturaustausch, Ausstellungen, wechselseitige Besuche und finanzielle Förderung mit Leben. »Wir begleiten Ihre Arbeit mit ständigem Interesse«, versicherte Herzog dem dankbaren Bischof. An den Eingängen der Stadt dokumentierten die Schilder mit dem Hinweis auf diese Städtesolidarität, dass die Stadt mit diesem vorbildlichen Agenda-21-Einsatz »Gutes im Schilde führt«. red