11.11.2011 - Ausstellung "Menschenrechte in Kolumbien"
Geschrieben von: Main-Echo   
Freitag, den 11. November 2011 um 06:21 Uhr

Ausstellung: Fotoschau zum Thema »Menschenrechte in Kolumbien« in der Volkshochschule - Heute Vernissage


Eine Fotoausstellung zum Thema »Menschenrechte in Kolumbien« zeigt das Aschaffenburger Nord-Süd-Forum in Zusammenarbeit mit der Städtesolidarität Aschaffenburg-Villavicencio und der Stiftung »Weg der Hoffnung« in der Volkshochschule. Die Ausstellung wird heute um 18 Uhr im VHS-Haus in der Luitpoldstraße eröffnet.

 

Zur Vernissage am heutigen Freitag spricht Aschaffenburgs Oberbürgermeister Klaus Herzog, der die Schirmherrschaft übernommen hat. Die musikalische Gestaltung übernimmt der Musikkreis Weidenweg.
Seit Jahrzehnten schwelt in Kolumbien ein bewaffneter Konflikt zwischen linksgerichteten Guerillatruppen, rechtsgerichteten Paramilitärs und der kolumbianischen Armee. Einen Höhepunkt erreichte die Gewalt im Jahr 2002. Um den Übergriffen zu entgehen, fliehen bis heute viele Landbewohner in die Slums der Großstädte. Nach Angaben der internationalen Nichtregierungsorganisation Codhes wurden allein im Jahr 2010 in Kolumbien 280.000 Menschen vertrieben. Damit summierte sich die Gesamtanzahl der Binnenvertriebenen im Land auf 5.200.000, heißt es in einem Eintrag des Internetlexikons Wikipedia.

 

Tod bleibt ungesühnt

 

Nicht nur wer sich engagiert, setzt sein Leben aufs Spiel, auch Unbeteiligte sind der Willkür Bewaffneter ausgesetzt. Dies belegen einige der 15 Plakate der VHS-Ausstellung. Zurückliegende Verbrechen werden bis heute nicht aufgearbeitet. Die Plakate dokumentieren anhand einzelner Biografien getöteter und gefolterter Opfern, wie es um die Menschenrechte in Kolumbien bestellt ist. So verlor die Bäuerin Maria Lucero Henao aus dem Dorf Dorf Puerto Esperanza wegen ihres Engagements und ihrer Beharrlichkeit ihr Leben. Henao war Vorsitzende des Vereins »Demokratische Frauen« im Bezirk Meta. Als Paramilitärs mit Unterstützung des staatlichen Heeres auf die Felder ihres Dorfes vordrangen, wurden Maria und ihr 15-jähriger Sohn Daniel getötet, weil sie sich weigerten, ihr Dorf zu verlassen. Die beiden waren die letzten Bewohner der Ansiedlung. Von paramilitärischen Einheiten wurde im Jahr 2002 auch der Bauernsohn Oswal Moreno Ibague ermordet. Der am 8. September 1968 in El Castillo/Meta geborene Ibague hatte sich als junger Mann zunächst der Linkspartei (UP) angeschlossen, die sich für die Belange der Bauern stark machte. Er studierte an einer staatlichen Hochschule in Villavicencio und gründete eine Familie. Ibague setzte sich für die Verbesserung der Situation der Menschen in der Region ein und engagierte sich in einem Komitee für Menschenrechte in Villavicencio für die Opfer des staatlichen Terrorismus. Dafür bezahlte er mit seinem Leben. Den Projekten der Stiftung »Weg der Hoffnung« kommt auch der Erlös des Benefz-Bücherflohmarkts zugute, der am Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr in der TVA-Halle in der Kochstraße seine Pforten öffnet.
Alexander Bruchlos