Februar 2016

20.02.2016 – Benefizkonzert des Kolumbienkreises Pfarrweisach

Zu einem ganz besonderen Erlebnis wurde das Benefizkonzert, das der Kolumbienkreis der Pfarrei Pfarrweisach in der Pfarrkirche veranstaltete. Einerseits war es die einmalige Vielfalt unterschied-lichster Musikdarbietungen, andererseits die liebevolle Vorbereitung durch den Kolumbienkreis, die alle Zuhörer beeindruckte.

Den Blick in die „Eine Welt“ hatten alle Mitwirkenden in ihrem Repertoire. Der Chor Cantabile aus Ebern begeisterte unter anderen mit dem afrikanischen Spiritual „Sya hamba“, der Chor Maria Magdalena aus Bischwind / Maroldsweisach glänzte neben weiteren Liedern mit dem Gospel „Make love, not war“ und dem Spiritual „It´s a me“. Der Chor Injili aus Wetzhausen war sowohl mit ihrer Kleidung wie auch mit Liedern in Kisuaheli und Rhythmusinstrumenten ganz auf Tansania eingestellt. Die Gruppe vermittelte gekonnt Lebensfreude aus Afrika und riss das Publikum mit.

Schließlich bezauberte die Alphornbläsergruppe Haßberge zunächst mit alpenländischen Weisen, um sich schließlich mit den afrikanischen Klängen von Injili in dem Lied „We love Afrika“ zu vereinen. Das Stück stammt von der Fußball-WM 2010 in Südafrika.

Johannes Mauder gab Eindrücke und Einblicke in das Wirken der Stiftung, in die ja alle vom Kolumbienkreis Pfarrweisach erwirtschafteten Gelder fließen. Er erinnerte an die beiden Stiftungsgründer und Mitbegründer des Kolumbienkreises Pfarrweisach, an Pfarrer Josef Otter, dessen Todestag sich im April zum zehnten Mal jährt. Besonders gedachte er des Altbischofs Gregorio, der zu Beginn dieser Woche wenige Tage vor seinem 97. Geburtstag gestorben war. „Zwei besondere Menschen, die den Grundstein legten, Geld in Bildung, Leben und Zukunft zu verwandeln und damit die Chance auf ein würdiges Leben in die Hände der Kinder in Kolumbien zu legen“. Ihr Vermächtnis werde von vielen treuen Helfern, großherzigen Spendern und Gönnern weitergeführt.

Mit einem Grußwort wandte sich der stellvertretende Bürgermeister Klaus Dünisch an die Besucher und freute sich über den guten Besuch des Konzertes, gehe es bei dem Benefizkonzert doch um „soziales Engagement zu Gunsten benachteiligter und an den Rand der Gesellschaft gedrängter Kinder und Jugendlicher“. Einen Willkommensgruß und ein Segensgebet sprach Pfarrer Pater Michael.

Unser besonderer Dank gilt Walburga Albert. Sie und die Mitglieder des Kolumbienkreises Pfarrweisach haben wieder einmal mit sehr viel Arbeit und Liebe dieses Konzert organisiert. Seit vielen Jahren unterstützt dieser Kreis die Arbeit für Kinder in Armut in Kolumbien.

Am Ende des Benefizkonzertes konnte sich der Kolumbienkreis über den lang anhaltenden Applaus der Zuhörer und über ein beeindruckendes Spendenergebnis freuen. Diese Freude geben sie an unsere Kinder in Kolumbien weiter, sodass das Konzert für alle ein großer Erfolg war.

Herzlichen Dank, mil gracias an den Kolumbienkreis Pfarrweisach für alles Engagement über das ganze Jahr, besonders aber für das wunderbare Konzert.

17.02.2016 - Kleiderbasar Nilkheim

Dass sich gut erhaltene Baby- und Kindersachen auf dem Kleiderbasar günstig einkaufen lassen, hat sich inzwischen herumgesprochen. Zweimal im Jahr stehen die jungen Eltern, oder auch Großeltern, Schlange, um für den Nachwuchs vom Strampler bis zum Jäckchen alles Notwendige zu erstehen.

Die fleißigen Damen vom Kleiderbasar berichten, dass sich schon die zweite oder gar dritte Generation um Organisation und Verkauf kümmert. Kein Wunder bei bereits über 25 Jahren Tradition.

Tradition hat auch, dass der Erlös unseren Kindern in Kolumbien zugutekommt. Über 3.000€ kamen durch die Provision auf die Waren und den Verkauf von selbst gebackenem Kuchen zusammen. Das Team hat den Erlös unserer Familien- und Frauenförderung gewidmet. Sr. Elsa und ihre Mitarbeiter machen es mit Hilfe von Mikrokrediten möglich, dass sich Frauen eine Existenz aufbauen und so dem Kreislauf der Armut entkommen.

Unser Dank gilt allen, die in der Vorbereitung und Durchführung des Kleiderbasars tätig waren. Keiner kann ermessen, wieviel Gutes über so viele Jahre für Kinder, Jugendliche und Familien in Armut durch diese Aktion erwachsen ist.

Tausend Dank, mil gracias!

PS: der nächste Kleiderbasar findet am 21. September wieder im Bürgerhaus Nilkheim statt.

16.02.2016 – Bischof Gregorio Garavito ist gestorben


Unser guter Freund, Bruder, Vater, Stiftungsgründer Bischof Gregorio Garavito Jiménez wurde am 16.02. 2016 in die unendliche Liebe Gottes aufgenommen.

Geboren am 9. 3.1919
Priesterweihe am 25.7.1923
Bischofsweihe am 11.2.1962
Begegnung mit Pfarrer Josef Otter im Januar 1973

Ein Leben von fast 97 Jahren lässt sich nicht in ein paar Zahlen fassen. Schon gar nicht das Leben eines solch wunderbaren Menschen, Priesters und Bischofs. Konzilsvater, Missionar, Montfortaner, Gründer von zahlloser Pfarreien, Kirchenfunkprotagonist, Gründer der Diözesandruckerei, Kulturhauserbauer, Bildungs-, Gesangs-, Kunstförderer, unser Stiftungsgründer und, und, und.

Was am Ende zählt, ist seine Liebe. Tausende Menschen haben ihm beim Abschied gezeigt, wie sehr sie ihn lieben. Acht Stunden sind sie an seinem Sarg vorbeigezogen, die meisten Arme, denen er geholfen hatte.

Es war eine glückliche Fügung, dass unser Freund Wolfgang Hock in dieser Zeit zum Projektbesuch in Kolumbien war. Sprechen konnte B. Gregorio schon nicht mehr, aber sein Lächeln, sein mit letzter Kraft erteilter Segen galt nicht nur ihm, sondern allen Freunden in Kolumbien und Deutschland. Wolfgang schrieb: „Sein Segen war das größte Geschenk unserer Reise nach Kolumbien. War es Fügung, hatte er auf uns gewartet, um Abschied zu nehmen?“

Wie oft hat er in Deutschland mit unserem Padre José Gottesdienste gefeiert, das Evangelium in Deutsch gelesen, gegrüßt umarmt, in seiner authentischen Bescheidenheit, Einfachheit, Güte, seiner Dankbarkeit und Glaubwürdigkeit die Herzen so vieler Freunde hier bei uns gewonnen. Welch ein geerdeter Bischof! Nicht hoch zu Ross: „Ich bin ein Esel des lieben Gottes. Denn wenn es die edlen Pferde nicht mehr schaffen, müssen es Maultiere oder Esel tun“, sagte er.

In Gefahren des Urwaldes, Flüsse schwimmend durchquert, von Steinschlag und Erdrutsch bedroht, von Großgrundbesitzern angefeindet, immer auf dem Weg zu seinen ihm anvertrauten Menschen. Auf Augenhöhe mit den Armen. Selbst Sohn armer Kleinbauern, bei Kerzenlicht die Bibel studierend, war er den Ärmsten am nächsten, kämpfte mit Padre José mutig und beharrlich für ihre Rechte.

„Wir wollen der Schrei derer sein, die Verfolgung erleiden müssen, um elementare Rechte zu erreichen, auf die sie als Menschen, als Kolumbianer und als Christen Anrecht haben.“ (Bischof Gregorio am 9.2.1975 im Rundfunk)

Jeden Sonntag begleitete er auf unserem Jugendbauernhof die von uns allen aufgenommenen ärmsten Jugendlichen. Bei seiner Begräbnisfeier auf dem größten Platz der Stadt Villavicencio nahmen tausende Menschen Abschied. Statt Blumen wünschte er sich Hilfe für unsere Schulkinder. Sein Vorbild an der Seite der Ärmsten verpflichtet auch uns.

Sein Segen wird alle Wohltäter begleiten