13.07.2017 - Indigene Gemeinden von Minenfelder umzingelt
Geschrieben von: Blickpunkt Lateinamerika (Adveniat)   
Donnerstag, den 13. Juli 2017 um 00:00 Uhr

Anti-Personenminen, die als Überreste des Bürgerkrieges in Kolumbien unter der Erde liegen, stellen weiter eine hohe Gefahr für die Zivilbevölkerung dar. Allein in den ländlichen Gegenden des Bundesstaates Chocó sind sechs indigene Gemeinden im Flusstal des Río Truandó von mehreren Minenfeldern eingeschlossen, schreibt das Onlineportal des Radiosenders "La FM" am Mittwoch, 12. Juli 2017.

Beim Versuch das entlegene Gebiet zu verlassen sei ein junger Mann auf eine Mine getreten, bei der Explosion verlor der Wounaan-Indígena sein rechtes Bein, so Roberto Carpio, Vorsitzender der Wounaan-Gemeinden im Chocó. Das 18-jährige Opfer war in das Minenfeld geraten, weil er auf einer nahe gelegenen Bananenplantage Lebensmittel kaufen wollte. "Es gibt rund 2.000 Indigene, die seit März festsitzen. Sie haben Angst vor den Minenfeldern, die um ihre Dörfer herum gelegt wurden", sagt Carpio.

Die Anwohner würden sich nicht sicher fühlen. Auch hätten die Menschen aus Siedlungen wie Juindur, Jagual, Peñas Blancas und Marcial aus Angst vor Tretminen das Jagen eingestellt, beschreibt der Indigenenvertreter die Notlage. Auch seien in der Region weiterhin die ELN-Guerilla und die Paramilitärs vom "Clan del Golfo" aktiv. Das erschwere das Leben der Indigenen zusätzlich. Roberto Carpio zufolge hat Kolumbiens Armee die Region zu einer von Anti-Personenminen freien Zone erklärt. (bb)

Gesamter Artikel