Presseberichte Kolumbien
19.09.2017 - Lokales Friedensabkommen in Unruheprovinz Chocó
Geschrieben von: Blickpunkt Lateinamerika (Adveniat)   
Dienstag, den 19. September 2017 um 00:00 Uhr

In Quibdo, der Hauptstadt der bettelarmen kolumbianischen Unruheprovinz Choco, haben bewaffnete Banden und die Stadtverwaltung ein lokales Friedensabkommen geschlossen. Unter Vermittlung der katholischen Kirche unterzeichneten beide Seiten nach einem Bericht des Senders "La FM" am Montag, 18. September 2017 (Ortszeit), eine entsprechende Erklärung im Beisein von Vertretern der Zivilgesellschaft.

 

Während sich die öffentliche Hand bereit erklärte, in soziale Projekte und Arbeitsplätze zu investieren, wollen die bewaffneten Banden ihre Waffen niederlegen und mit den Sicherheitskräften kooperieren. Zugleich soll es einen Straferlass geben.

 

Mit dem Abkommen soll nach Willen von Quibdos Bürgermeister Isaias Chala der "Fluss des Blutes" gestoppt werden. So hatte Quibdos Bischof Juan Carlos Barreto in einem Brief an die Regierung des südamerikanischen Landes die ausufernde Gewalt in der überwiegend von Afrokolombianern bewohnten Stadt beschrieben.

 

Quelle: KNA

 

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04.09.2017 - Kolumbien-Reise des Papstes unter politischen Erwartungen
Geschrieben von: Blickpunkt Lateinamerika (Adveniat)   
Montag, den 04. September 2017 um 00:00 Uhr

Die Themen Frieden, Ökologie und Menschenrechte liegen Papst Franziskus am Herzen, wenn er vom 6. bis 11. September 2017 Kolumbien besucht.

 

Papst Franziskus wird Erwartungen zufolge nächste Woche mit hohen Kirchenvertretern aus Venezuela zusammenkommen. Während seines Kolumbienbesuchs werde Franziskus von den beiden venezolanischen Kardinälen Baltazar Porras Cardozo und Jorge Urosa Savino begrüßt, sagte Guzman Carriquiry, Sekretär der päpstlichen Lateinamerika-Kommission, am Freitag, 1. September 2017, in Rom.


Er könne sich auch nicht vorstellen, dass Bischöfe aus dem Nachbarland Venezuela nicht die Gelegenheit einer Teilnahme an Papstveranstaltungen nutzten, sagte Carriquiry vor Journalisten. Vatikansprecher Greg Burke betonte dagegen, es gebe "kein organisiertes Treffen mit venezolanischen Bischöfen". Offizielle Begegnungen seien auch weder mit der Farc-Guerilla noch mit Rebellen der ELN oder mit Vertretern der politischen Opposition geplant, sagte Burke am Freitag. Die am Mittwoch beginnende Kolumbienreise von Franziskus steht unter dem Thema der Versöhnung nach einem jahrzehntelangen blutigen Konflikt. Innenpolitisch spielt in Kolumbien auch die Krise im benachbarten Venezuela eine Rolle.

 

"Pflichthema" Venezuela

So erklärte Kolumbiens Präsident Manuel Santos, Venezuela sei ein "Pflichtthema" bei der Begegnung mit dem Papst. Kolumbien sei das Land, das durch die Entwicklungen im Nachbarstaat am meisten zu verlieren oder zu gewinnen habe. Deshalb sei Kolumbien "am meisten an einer guten Lösung für Venezuela interessiert". Sein Land und der Vatikan verträten hinsichtlich einer friedlichen Beilegung des Konflikts die gleiche Position, sagte Santos dem lateinamerikanischen Dienst des Senders BBC (Donnerstag).

Die 20. Auslandsreise von Papst Franziskus trägt das Motto "Tun wir den ersten Schritt". Thematische Akzente liegen auf Friedensarbeit und Anwaltschaft für das Leben, Ökologie, aktivem Christsein und Menschenrechten. Im Lauf der vier Programmtage von Donnerstag bis Sonntag will der Papst mit Obdachlosen, Waisenkindern, Gewaltopfern, Behinderten und Armen, aber auch mit Vertretern der unterschiedlichen Kulturen des Landes zusammentreffen. Trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen sind an jedem Besuchsort Fahrten im Papamobil vorgesehen, um eine direkte Begegnung zwischen dem Papst und der Bevölkerung zu ermöglichen. Die Veranstalter rechnen mit einem starken Zulauf. Schon für die 15 Kilometer lange Fahrt vom Flughafen zur Nuntiatur in Bogota nach der Ankunft rechne man mit Hunderttausenden Schaulustigen, sagte Burke.

 

Frieden, Ökologie und Menschenrechte

Seine erste Messe feiert der Papst am Donnerstag im Simon-Bolivar-Park von Bogota. Zuvor trifft er sich mit rund 60 Mitgliedern des lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM. Am Freitag findet in Villavicencio ein Seligsprechungsgottesdienst statt; im Anschluss empfängt der Papst Flutopfer aus der Stadt Mocoa, die im Frühjahr von schweren Überschwemmungen getroffen wurde. Am Nachmittag ist das zentrale Gebet um nationale Versöhnung geplant. Daran nehmen neben Konfliktopfern auch ehemalige Guerilleros und Ex-Milizen teil. Ebenfalls in Villavicencio will Franziskus auf die Bedrohung des Naturraums Amazonien hinweisen.

In Medellin trifft der Papst am Samstag unter anderem mit Priesteramtskandidaten und deren Herkunftsfamilien zusammen, die er zum Engagement in der Kirche ermutigen will. Der letzte Besuchstag am Sonntag widmet sich sozial Benachteiligten. In der Touristenmetropole Cartagena besucht Franziskus ein Armenviertel und die Kirche des kolumbianischen Nationalheiligen Petrus Claver (1580-1654), der sich besonders für Sklaven einsetzte. Auf dem Programm stehen auch Darbietungen von Jugendlichen, die auf die kulturelle Vielfalt des Landes hinweisen wollen, und eine Begegnung mit rund 300 Afrokolumbianern.

Quelle: KNA

 

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28.08.2017 - FARC-Guerilla startet Parteigründung
Geschrieben von: Blickpunkt Lateinamerika (Adveniat)   
Montag, den 28. August 2017 um 00:00 Uhr

Mit einer Rede des ihres Anführers Rodrigo Londoño alias "Timochenko" hat in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá der Gründungskongress der linken Bürgerkriegsguerilla "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens - Volksarmee" (FARC) in eine politische Partei begonnen. "In der Geschichte der Kämpfe des Volkes gehen wir einen bedeutenden Schritt. Als FARC wandeln wir uns in eine ausschließlich politische Organisation, die ihre Aktivitäten durch legale Mittel ausübt", so der 58 Jahre alte Londoño am Sonntag, den 27. August 2017.


Der Gründungskongress dauert bis zum 1. September 2017, ab diesem Zeitpunkt werden sich die FARC als eine politische Partei konstituiert haben, so die Tageszeitung "El Espectador". Vorsitz der für den Friedensprozess der Veranstaltung haben neben Londoño die FARC-Spitzen Luciano Marín alias "Iván Márquez", Sandra Ramírez, Joaquín Gómez, Liliana Suárez, Solís Almeida und Maryeli Guzmán sowie Erick Sosa aus Kuba, wichtigster Garantiestaat der Friedensverhandlungen zwischen kolumbianischem Staat und der Linksguerilla in Havanna.

 

Umfrage zum Parteinamen über Twitter

Der Nummer Zwei der FARC-Führung Marín zufolge werde der Parteiname "Alternative Revolutionäre Kräfte Kolumbiens" (Fuerzas Alternativas Revolucionarias de Colombia) lauten, um so die Abkürzung FARC weiter zu tragen. Londoño eröffnete auf Twitter eine Umfrage zum Parteinamen. Die Umwandlung der bewaffneten Guerilla in einer politische Partei bedeute nicht die Aufgabe der "ideologischen Grundlage" der Bewegung und ihres "Gesellschaftsprojekts", warb der FARC-Chef für die Schaffung einer "demokratischen Politikordnung, die soziale Gerechtigkeit, Respekt der Menschenrechte und eine wirtschaftliche Entwicklung mit Wohlstand für alle". (bb)

 

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