Presseberichte Kolumbien
11.10.2018 - UN-Kritik: Ex-Guerilleros finden keine Arbeit
Geschrieben von: Blickpunkt Lateinamerika (Adveniat)   
Donnerstag, den 11. Oktober 2018 um 00:00 Uhr

Die große Mehrheit der rund 13.000 Ex-Kämpferinnen und Kämpfer der einstigen kolumbianischen FARC-Guerilla haben nach Angaben der Vereinten Nationen „keine klaren wirtschaftlichen Perspektiven außerhalb ihrer monatlichen Unterstützung“, so ein UN-Bericht vom Mittwoch, dem 10. Oktober 2018. Das ungelöste Problem der Eingliederung in den Arbeitsmarkt sei ein „sehr besorgniserregendes Thema“, zitieren lokale Medien Jean Arnault, Chef der UN-Mission in Kolumbien.

Die soziale Absicherung der Ex-Guerilleros ist ein wichtiger Bestandteil des Friedensvertrages zwischen FARC und dem kolumbianischen Staat. Die Vereinten Nationen sollen die Einhaltung des Abkommens überwachen. Ende 2019 enden die für die Ex-Guerillakämpfer ausgehandelten Rentenansprüche in Höhe von monatlich rund 200 US-Dollar, warnt die UN. Die Regierung von Präsident Iván Duque müsse dafür sorgen, dass der Arbeitsmarkt, die Privatwirtschaft und das Bildungssystem die demobilisierten Kämpfer „langfristig“ einbinden.

Schließlich brachte Arnault seine Sorge über die Sicherheitslage von Ex-FARC-Mitgliedern an, hier müsse die Regierung „die staatlichen Institutionen zur Verhinderung und Verfolgung solcher Kriminalität in Bewegung setzen“. Die zur Partei gewordene FARC lobte der Diplomat für ihre „positive Vision“, acht von zehn Politikern in beiden Parlamentskammern würden ihrer Verantwortung gerecht werden und „tragen in beiden Gremien zur Debatte und Gesetzgebungsaktivitäten bei“. (bb)

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19.09.2017 - Lokales Friedensabkommen in Unruheprovinz Chocó
Geschrieben von: Blickpunkt Lateinamerika (Adveniat)   
Dienstag, den 19. September 2017 um 00:00 Uhr

In Quibdo, der Hauptstadt der bettelarmen kolumbianischen Unruheprovinz Choco, haben bewaffnete Banden und die Stadtverwaltung ein lokales Friedensabkommen geschlossen. Unter Vermittlung der katholischen Kirche unterzeichneten beide Seiten nach einem Bericht des Senders "La FM" am Montag, 18. September 2017 (Ortszeit), eine entsprechende Erklärung im Beisein von Vertretern der Zivilgesellschaft.

 

Während sich die öffentliche Hand bereit erklärte, in soziale Projekte und Arbeitsplätze zu investieren, wollen die bewaffneten Banden ihre Waffen niederlegen und mit den Sicherheitskräften kooperieren. Zugleich soll es einen Straferlass geben.

 

Mit dem Abkommen soll nach Willen von Quibdos Bürgermeister Isaias Chala der "Fluss des Blutes" gestoppt werden. So hatte Quibdos Bischof Juan Carlos Barreto in einem Brief an die Regierung des südamerikanischen Landes die ausufernde Gewalt in der überwiegend von Afrokolombianern bewohnten Stadt beschrieben.

 

Quelle: KNA

 

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04.09.2017 - Kolumbien-Reise des Papstes unter politischen Erwartungen
Geschrieben von: Blickpunkt Lateinamerika (Adveniat)   
Montag, den 04. September 2017 um 00:00 Uhr

Die Themen Frieden, Ökologie und Menschenrechte liegen Papst Franziskus am Herzen, wenn er vom 6. bis 11. September 2017 Kolumbien besucht.

 

Papst Franziskus wird Erwartungen zufolge nächste Woche mit hohen Kirchenvertretern aus Venezuela zusammenkommen. Während seines Kolumbienbesuchs werde Franziskus von den beiden venezolanischen Kardinälen Baltazar Porras Cardozo und Jorge Urosa Savino begrüßt, sagte Guzman Carriquiry, Sekretär der päpstlichen Lateinamerika-Kommission, am Freitag, 1. September 2017, in Rom.


Er könne sich auch nicht vorstellen, dass Bischöfe aus dem Nachbarland Venezuela nicht die Gelegenheit einer Teilnahme an Papstveranstaltungen nutzten, sagte Carriquiry vor Journalisten. Vatikansprecher Greg Burke betonte dagegen, es gebe "kein organisiertes Treffen mit venezolanischen Bischöfen". Offizielle Begegnungen seien auch weder mit der Farc-Guerilla noch mit Rebellen der ELN oder mit Vertretern der politischen Opposition geplant, sagte Burke am Freitag. Die am Mittwoch beginnende Kolumbienreise von Franziskus steht unter dem Thema der Versöhnung nach einem jahrzehntelangen blutigen Konflikt. Innenpolitisch spielt in Kolumbien auch die Krise im benachbarten Venezuela eine Rolle.

 

"Pflichthema" Venezuela

So erklärte Kolumbiens Präsident Manuel Santos, Venezuela sei ein "Pflichtthema" bei der Begegnung mit dem Papst. Kolumbien sei das Land, das durch die Entwicklungen im Nachbarstaat am meisten zu verlieren oder zu gewinnen habe. Deshalb sei Kolumbien "am meisten an einer guten Lösung für Venezuela interessiert". Sein Land und der Vatikan verträten hinsichtlich einer friedlichen Beilegung des Konflikts die gleiche Position, sagte Santos dem lateinamerikanischen Dienst des Senders BBC (Donnerstag).

Die 20. Auslandsreise von Papst Franziskus trägt das Motto "Tun wir den ersten Schritt". Thematische Akzente liegen auf Friedensarbeit und Anwaltschaft für das Leben, Ökologie, aktivem Christsein und Menschenrechten. Im Lauf der vier Programmtage von Donnerstag bis Sonntag will der Papst mit Obdachlosen, Waisenkindern, Gewaltopfern, Behinderten und Armen, aber auch mit Vertretern der unterschiedlichen Kulturen des Landes zusammentreffen. Trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen sind an jedem Besuchsort Fahrten im Papamobil vorgesehen, um eine direkte Begegnung zwischen dem Papst und der Bevölkerung zu ermöglichen. Die Veranstalter rechnen mit einem starken Zulauf. Schon für die 15 Kilometer lange Fahrt vom Flughafen zur Nuntiatur in Bogota nach der Ankunft rechne man mit Hunderttausenden Schaulustigen, sagte Burke.

 

Frieden, Ökologie und Menschenrechte

Seine erste Messe feiert der Papst am Donnerstag im Simon-Bolivar-Park von Bogota. Zuvor trifft er sich mit rund 60 Mitgliedern des lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM. Am Freitag findet in Villavicencio ein Seligsprechungsgottesdienst statt; im Anschluss empfängt der Papst Flutopfer aus der Stadt Mocoa, die im Frühjahr von schweren Überschwemmungen getroffen wurde. Am Nachmittag ist das zentrale Gebet um nationale Versöhnung geplant. Daran nehmen neben Konfliktopfern auch ehemalige Guerilleros und Ex-Milizen teil. Ebenfalls in Villavicencio will Franziskus auf die Bedrohung des Naturraums Amazonien hinweisen.

In Medellin trifft der Papst am Samstag unter anderem mit Priesteramtskandidaten und deren Herkunftsfamilien zusammen, die er zum Engagement in der Kirche ermutigen will. Der letzte Besuchstag am Sonntag widmet sich sozial Benachteiligten. In der Touristenmetropole Cartagena besucht Franziskus ein Armenviertel und die Kirche des kolumbianischen Nationalheiligen Petrus Claver (1580-1654), der sich besonders für Sklaven einsetzte. Auf dem Programm stehen auch Darbietungen von Jugendlichen, die auf die kulturelle Vielfalt des Landes hinweisen wollen, und eine Begegnung mit rund 300 Afrokolumbianern.

Quelle: KNA

 

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