Presseberichte Kolumbien
17.07.2017 - Anbaufläche von Koka um 50 Prozent gestiegen
Geschrieben von: Blickpunkt Lateinamerika (Adveniat)   
Montag, den 17. Juli 2017 um 00:00 Uhr

Die landwirtschaftliche Fläche in Kolumbien, die für den Anbau der Kokapflanze genutzt wird, ist im vergangenen Jahr um 50 Prozent angestiegen. Dies geht aus einem Bericht hervor, den das Büro für Drogen und Kriminalität der Vereinten Nationen (UNODC) Ende letzter Woche präsentierte. Demnach sei die Anbaufläche von 96.000 Hektar auf 146.000 Hektar gewachsen. Außerdem sei rund ein Drittel mehr Kokain produziert worden. Die Organisation geht von 866 Tonnen für das Jahr 2016 aus.

Der Vorsitzende des UNODC, Bo Mathiasen, bezeichnete den Anstieg als signifikant und gab an, dass der Anbau sich derzeit auf einem noch nie da gewesenen Hoch befindet. Beobachter vermuten, dass der Anstieg unter anderem auf das Einstellen der groß angelegten Besprühung der Koka-Farmen aus der Luft zurückzuführen sei. Dies sei jahrelang Teil der Bekämpfungsstrategie für die illegale Produktion der Droge gewesen.
Positiver Einfluss des Friedensabkommens?

Der Vorsitzende der Antidrogeneinheit der kolumbianischen Polizei, José Angel Mendoza, relativierte die Zahlen allerdings. Er gab an, dass der Stand nicht aktuell sei. Im Zuge des Friedensabkommens mit der Farc habe die Regierung inzwischen ein Programm vorgesehen, welches zu Teilen die Zerstörung der Pflanzen auf den entsprechenden Flächen vorsieht.

Abgesehen davon soll im Zusammenarbeit mit den Bauern, die derzeit von dem Koka-Anbau leben, nach alternativen landwirtschaftlichen Möglichkeiten gesucht werden. Laut der Regierung wurden in diesem Jahr bereits 40 Prozent der Anbauflächen ausgerottet. Darüber hinaus hätten sich 86.000 Familien für das Programm zum alternativen Anbau registrierte, welches im Rahmen des Friedensvertrags von der Regierung finanziert wird.

Dass der Anbau noch einmal so signifikant angestiegen ist, könnte einigen Experten zufolge auch in eben jenem Programm begründet liegen. Die Ankündigung der Umsetzung habe den Preis für Kokain hoch schnellen lassen und die Produktion kurzfristig erhöht, bevor die Implementierung tatsächlich greifen wird. Auch Bo Mathiasen erhofft sich langfristig einen positiven Effekt auf die Drogenproduktion durch das Friedensabkommen.(aj)

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13.07.2017 - Indigene Gemeinden von Minenfelder umzingelt
Geschrieben von: Blickpunkt Lateinamerika (Adveniat)   
Donnerstag, den 13. Juli 2017 um 00:00 Uhr

Anti-Personenminen, die als Überreste des Bürgerkrieges in Kolumbien unter der Erde liegen, stellen weiter eine hohe Gefahr für die Zivilbevölkerung dar. Allein in den ländlichen Gegenden des Bundesstaates Chocó sind sechs indigene Gemeinden im Flusstal des Río Truandó von mehreren Minenfeldern eingeschlossen, schreibt das Onlineportal des Radiosenders "La FM" am Mittwoch, 12. Juli 2017.

Beim Versuch das entlegene Gebiet zu verlassen sei ein junger Mann auf eine Mine getreten, bei der Explosion verlor der Wounaan-Indígena sein rechtes Bein, so Roberto Carpio, Vorsitzender der Wounaan-Gemeinden im Chocó. Das 18-jährige Opfer war in das Minenfeld geraten, weil er auf einer nahe gelegenen Bananenplantage Lebensmittel kaufen wollte. "Es gibt rund 2.000 Indigene, die seit März festsitzen. Sie haben Angst vor den Minenfeldern, die um ihre Dörfer herum gelegt wurden", sagt Carpio.

Die Anwohner würden sich nicht sicher fühlen. Auch hätten die Menschen aus Siedlungen wie Juindur, Jagual, Peñas Blancas und Marcial aus Angst vor Tretminen das Jagen eingestellt, beschreibt der Indigenenvertreter die Notlage. Auch seien in der Region weiterhin die ELN-Guerilla und die Paramilitärs vom "Clan del Golfo" aktiv. Das erschwere das Leben der Indigenen zusätzlich. Roberto Carpio zufolge hat Kolumbiens Armee die Region zu einer von Anti-Personenminen freien Zone erklärt. (bb)

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12.07.2017 - Amnestie für Farc-Kämpfer
Geschrieben von: Blickpunkt Lateinamerika (Adveniat)   
Mittwoch, den 12. Juli 2017 um 00:00 Uhr

Das Friedensabkommen zwischen den Farc-Rebellen und der Regierung in Kolumbien wird allmählich mit Leben gefüllt. Der Bürgerkrieg scheint der Vergangenheit anzugehören.

Die kolumbianische Regierung hat 3.252 Farc-Kämpfern Amnestie für politische Straftaten gewährt. Präsident Juan Manuel Santos unterzeichnete nach Medienberichten ein entsprechendes Dekret. Die Straffreiheit gelte ausschließlich für Farc-Mitglieder, die sich in den eingerichteten Schutzzonen aufhalten, nicht für inhaftierte Guerilleros, erläuterte Justizminister Enrique Gil Botero laut einem Bericht der Zeitung "El Espectador".
Im Hungerstreik

Seit der Verabschiedung des Amnestiegesetzes Ende Dezember sei die rechtliche Situation von insgesamt 7.400 Rebellen geklärt worden, sagte der Justizminister weiter. Von der Amnestie ausgenommen sind besonders schwere Delikte wie Kriegsverbrechen, Völkermord und Vergewaltigungen. Inhaftierte Farc-Mitglieder protestierten seit rund zwei Wochen mit einem Hungerstreik gegen Verzögerungen bei der Umsetzung des Gesetzes. Außerdem fordern sie, dass die Amnestie auch für politische Farc-Inhaftierte gelte. Die frühere Farc-Spitze hatte der Regierung bereits fehlenden politischen Willen vorgeworfen.
Neue Friedensmission

UN-Beobachter begleiteten bereits den Beginn des Friedensprozesses und überwachten die Waffenabgabe der linken Rebellen. In New York gab der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen jetzt grünes Licht für eine zweite Friedensmission in Kolumbien. Sie soll Ende September beginnen. Ziel ist die Unterstützung ehemaliger Kämpfer bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

In den 60er Jahren hatte sich der Bürgerkrieg zwischen Regierung, mehreren Rebellengruppen und paramilitärischen Todesschwadronen entzündet. Ein Auslöser waren Landkonflikte. Seither wurden etwa 340.000 Menschen getötet, mindestens sieben Millionen Kolumbianer wurden vertrieben.

Quelle: Deutsche Welle, ml/as (epd, afp, dpa).

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