Presseberichte Kolumbien
28.08.2017 - FARC-Guerilla startet Parteigründung
Geschrieben von: Blickpunkt Lateinamerika (Adveniat)   
Montag, den 28. August 2017 um 00:00 Uhr

Mit einer Rede des ihres Anführers Rodrigo Londoño alias "Timochenko" hat in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá der Gründungskongress der linken Bürgerkriegsguerilla "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens - Volksarmee" (FARC) in eine politische Partei begonnen. "In der Geschichte der Kämpfe des Volkes gehen wir einen bedeutenden Schritt. Als FARC wandeln wir uns in eine ausschließlich politische Organisation, die ihre Aktivitäten durch legale Mittel ausübt", so der 58 Jahre alte Londoño am Sonntag, den 27. August 2017.


Der Gründungskongress dauert bis zum 1. September 2017, ab diesem Zeitpunkt werden sich die FARC als eine politische Partei konstituiert haben, so die Tageszeitung "El Espectador". Vorsitz der für den Friedensprozess der Veranstaltung haben neben Londoño die FARC-Spitzen Luciano Marín alias "Iván Márquez", Sandra Ramírez, Joaquín Gómez, Liliana Suárez, Solís Almeida und Maryeli Guzmán sowie Erick Sosa aus Kuba, wichtigster Garantiestaat der Friedensverhandlungen zwischen kolumbianischem Staat und der Linksguerilla in Havanna.

 

Umfrage zum Parteinamen über Twitter

Der Nummer Zwei der FARC-Führung Marín zufolge werde der Parteiname "Alternative Revolutionäre Kräfte Kolumbiens" (Fuerzas Alternativas Revolucionarias de Colombia) lauten, um so die Abkürzung FARC weiter zu tragen. Londoño eröffnete auf Twitter eine Umfrage zum Parteinamen. Die Umwandlung der bewaffneten Guerilla in einer politische Partei bedeute nicht die Aufgabe der "ideologischen Grundlage" der Bewegung und ihres "Gesellschaftsprojekts", warb der FARC-Chef für die Schaffung einer "demokratischen Politikordnung, die soziale Gerechtigkeit, Respekt der Menschenrechte und eine wirtschaftliche Entwicklung mit Wohlstand für alle". (bb)

 

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17.07.2017 - Anbaufläche von Koka um 50 Prozent gestiegen
Geschrieben von: Blickpunkt Lateinamerika (Adveniat)   
Montag, den 17. Juli 2017 um 00:00 Uhr

Die landwirtschaftliche Fläche in Kolumbien, die für den Anbau der Kokapflanze genutzt wird, ist im vergangenen Jahr um 50 Prozent angestiegen. Dies geht aus einem Bericht hervor, den das Büro für Drogen und Kriminalität der Vereinten Nationen (UNODC) Ende letzter Woche präsentierte. Demnach sei die Anbaufläche von 96.000 Hektar auf 146.000 Hektar gewachsen. Außerdem sei rund ein Drittel mehr Kokain produziert worden. Die Organisation geht von 866 Tonnen für das Jahr 2016 aus.

Der Vorsitzende des UNODC, Bo Mathiasen, bezeichnete den Anstieg als signifikant und gab an, dass der Anbau sich derzeit auf einem noch nie da gewesenen Hoch befindet. Beobachter vermuten, dass der Anstieg unter anderem auf das Einstellen der groß angelegten Besprühung der Koka-Farmen aus der Luft zurückzuführen sei. Dies sei jahrelang Teil der Bekämpfungsstrategie für die illegale Produktion der Droge gewesen.
Positiver Einfluss des Friedensabkommens?

Der Vorsitzende der Antidrogeneinheit der kolumbianischen Polizei, José Angel Mendoza, relativierte die Zahlen allerdings. Er gab an, dass der Stand nicht aktuell sei. Im Zuge des Friedensabkommens mit der Farc habe die Regierung inzwischen ein Programm vorgesehen, welches zu Teilen die Zerstörung der Pflanzen auf den entsprechenden Flächen vorsieht.

Abgesehen davon soll im Zusammenarbeit mit den Bauern, die derzeit von dem Koka-Anbau leben, nach alternativen landwirtschaftlichen Möglichkeiten gesucht werden. Laut der Regierung wurden in diesem Jahr bereits 40 Prozent der Anbauflächen ausgerottet. Darüber hinaus hätten sich 86.000 Familien für das Programm zum alternativen Anbau registrierte, welches im Rahmen des Friedensvertrags von der Regierung finanziert wird.

Dass der Anbau noch einmal so signifikant angestiegen ist, könnte einigen Experten zufolge auch in eben jenem Programm begründet liegen. Die Ankündigung der Umsetzung habe den Preis für Kokain hoch schnellen lassen und die Produktion kurzfristig erhöht, bevor die Implementierung tatsächlich greifen wird. Auch Bo Mathiasen erhofft sich langfristig einen positiven Effekt auf die Drogenproduktion durch das Friedensabkommen.(aj)

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13.07.2017 - Indigene Gemeinden von Minenfelder umzingelt
Geschrieben von: Blickpunkt Lateinamerika (Adveniat)   
Donnerstag, den 13. Juli 2017 um 00:00 Uhr

Anti-Personenminen, die als Überreste des Bürgerkrieges in Kolumbien unter der Erde liegen, stellen weiter eine hohe Gefahr für die Zivilbevölkerung dar. Allein in den ländlichen Gegenden des Bundesstaates Chocó sind sechs indigene Gemeinden im Flusstal des Río Truandó von mehreren Minenfeldern eingeschlossen, schreibt das Onlineportal des Radiosenders "La FM" am Mittwoch, 12. Juli 2017.

Beim Versuch das entlegene Gebiet zu verlassen sei ein junger Mann auf eine Mine getreten, bei der Explosion verlor der Wounaan-Indígena sein rechtes Bein, so Roberto Carpio, Vorsitzender der Wounaan-Gemeinden im Chocó. Das 18-jährige Opfer war in das Minenfeld geraten, weil er auf einer nahe gelegenen Bananenplantage Lebensmittel kaufen wollte. "Es gibt rund 2.000 Indigene, die seit März festsitzen. Sie haben Angst vor den Minenfeldern, die um ihre Dörfer herum gelegt wurden", sagt Carpio.

Die Anwohner würden sich nicht sicher fühlen. Auch hätten die Menschen aus Siedlungen wie Juindur, Jagual, Peñas Blancas und Marcial aus Angst vor Tretminen das Jagen eingestellt, beschreibt der Indigenenvertreter die Notlage. Auch seien in der Region weiterhin die ELN-Guerilla und die Paramilitärs vom "Clan del Golfo" aktiv. Das erschwere das Leben der Indigenen zusätzlich. Roberto Carpio zufolge hat Kolumbiens Armee die Region zu einer von Anti-Personenminen freien Zone erklärt. (bb)

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