Presseberichte Kolumbien
12.07.2017 - Amnestie für Farc-Kämpfer
Geschrieben von: Blickpunkt Lateinamerika (Adveniat)   
Mittwoch, den 12. Juli 2017 um 00:00 Uhr

Das Friedensabkommen zwischen den Farc-Rebellen und der Regierung in Kolumbien wird allmählich mit Leben gefüllt. Der Bürgerkrieg scheint der Vergangenheit anzugehören.

Die kolumbianische Regierung hat 3.252 Farc-Kämpfern Amnestie für politische Straftaten gewährt. Präsident Juan Manuel Santos unterzeichnete nach Medienberichten ein entsprechendes Dekret. Die Straffreiheit gelte ausschließlich für Farc-Mitglieder, die sich in den eingerichteten Schutzzonen aufhalten, nicht für inhaftierte Guerilleros, erläuterte Justizminister Enrique Gil Botero laut einem Bericht der Zeitung "El Espectador".
Im Hungerstreik

Seit der Verabschiedung des Amnestiegesetzes Ende Dezember sei die rechtliche Situation von insgesamt 7.400 Rebellen geklärt worden, sagte der Justizminister weiter. Von der Amnestie ausgenommen sind besonders schwere Delikte wie Kriegsverbrechen, Völkermord und Vergewaltigungen. Inhaftierte Farc-Mitglieder protestierten seit rund zwei Wochen mit einem Hungerstreik gegen Verzögerungen bei der Umsetzung des Gesetzes. Außerdem fordern sie, dass die Amnestie auch für politische Farc-Inhaftierte gelte. Die frühere Farc-Spitze hatte der Regierung bereits fehlenden politischen Willen vorgeworfen.
Neue Friedensmission

UN-Beobachter begleiteten bereits den Beginn des Friedensprozesses und überwachten die Waffenabgabe der linken Rebellen. In New York gab der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen jetzt grünes Licht für eine zweite Friedensmission in Kolumbien. Sie soll Ende September beginnen. Ziel ist die Unterstützung ehemaliger Kämpfer bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

In den 60er Jahren hatte sich der Bürgerkrieg zwischen Regierung, mehreren Rebellengruppen und paramilitärischen Todesschwadronen entzündet. Ein Auslöser waren Landkonflikte. Seither wurden etwa 340.000 Menschen getötet, mindestens sieben Millionen Kolumbianer wurden vertrieben.

Quelle: Deutsche Welle, ml/as (epd, afp, dpa).

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10.01.2017 - Farc leitet Entwaffnung ein
Geschrieben von: Blickpunkt Lateinamerika (Adveniat)   
Dienstag, den 10. Januar 2017 um 00:00 Uhr

Obwohl es in den letzten Wochen immer wieder Berichte von Abtrünnigen und dem Überlaufen von Farc-Rebellen zu anderen bewaffneten Gruppierungen gegeben hat, schreitet der Prozess der Entwaffnung in Kolumbien voran. Zu Beginn dieser Woche begann die ehemals größte Guerilla des südamerikanischen Landes an der Grenze zu Ecuador ein temporäres Camp, zu errichten, in dem die Rebellen sich zur Abgabe ihrer Waffen einfinden werden.

Das Camp in Carmelitas ist das größte in Kolumbien und dort sollen vor allem die Mitglieder des so genannten "Bloque Sur" zusammenkommen. Diese Einheit der Guerilla galt in der Vergangenheit als die größte und als besonders in den internationalen Drogenhandel verwickelt. Rund 500 Ex-Kämpfer werden dort erwartet. "Die Guerilleros sind in Carmelitas eingetroffen, um ihren Teil des Friedensvertrags einzuhalten", twittere Ivan Márquez, eine der bedeutendsten Führungspersönlichkeiten der Farc. Márquez stand an der Spitze der Delegation, die den Frieden mit der kolumbianischen Regierung ausgehandelt hat.

Weiterer Anschlag der ELN

Im Gegensatz dazu ist die Lage zwischen der Nationalen Befreiungsfront (ELN), die zweitgrößte Guerilla Kolumbiens, und der Regierung weiterhin angespannt. Ende 2016 hatten die beiden Delegationen eine Wiederaufnahme der Sondierungsgespräche in Quito für den 12. Januar 2017 bekannt gegeben. Diese sollen anschließend in die lang erwarteten öffentlichen Friedensverhandlungen münden. Nun hat es am vergangenen Wochenende in Tame in der Provinz Arauca erneute Auseinandersetzungen zwischen Kämpfern der ELN und dem Militär geben. Dabei kam ein Soldat ums Leben, ein weiterer wurde schwer verletzt. Am 1. Januar 2017 hatte die Regierung ihrerseits 20 Rebellen der Guerilla festgenommen.

Vor dem Hintergrund der erneuten Spannungen hat die ecuadorianische Regierung öffentlich betont, dass alles für den Beginn der Gespräche vorbereitet sei und die beiden Delegationen sich auf die volle Unterstützung Ecuadors verlassen können.(aj)

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13.12.2016 - Kirche fordert Einschreiten gegen Gewaltwelle
Geschrieben von: Blickpunkt Lateinamerika (Adveniat)   
Dienstag, den 13. Dezember 2016 um 00:00 Uhr

Angesichts der jüngsten Gewaltwelle in Kolumbien hat die Diözese Tumaco im Süden des Landes die Regierung aufgefordert, Maßnahmen zum Schutz der dortigen Bevölkerung zu ergreifen. Angesichts von 132 Morden seit Jahresbeginn sei es notwendig, dass die regionalen und nationalen Behörden Maßnahmen ergriffen, um die Menschenrechte zu schützen, hieß es in einer am Montag, 12. Dezember 2016 (Ortszeit), auf der Internetseite der kolumbianischen Bischofskonferenz verbreiteten Stellungnahme.

Mitverantwortlich für die jüngste Gewaltwelle ist aus Sicht der Kirche der wachsende Anteil von Drogenanbauflächen in der betroffenen Region, der zu neuen Kämpfen um die dortige Vorherrschaft führe. Die Staatsanwaltschaft hatte jüngst vor Splittergruppen der linksgerichteten Guerilla-Organisation Farc gewarnt, die trotz des Friedensvertrages mit der Regierung den bewaffneten Kampf fortsetzen. In der Gegend seien rund 18 Prozent der Drogenanbaufläche des Landes, um die sich nun neue bewaffnete Gruppen, unter ihnen auch abtrünnige Farc-Rebellen, neu organisierten. Sie wollten die Kontrolle erlangen. In der Region sind auch massive paramilitärische Verbände präsent.

Regierung und FARC hatten sich jüngst auf ein neues, überarbeitetes Friedensabkommen verständigt, das vor rund zwei Wochen vom Parlament ratifiziert wurde. Zuvor war ein erster Vertrag bei einer Volksabstimmung abgelehnt worden. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos war für seine Bemühungen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Der jahrzehntelange Konflikt zwischen Staat und Guerilla hat rund 300.000 Menschenleben gekostet und mehr als sieben Millionen Binnenflüchtlinge produziert.

Quelle: KNA

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